Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter
1941 bis 1945 – Entstehung
In direkter Nachbarschaft zum Stalag 326 (VI K) Senne wurden zwischen 1941 und 1945 insgesamt 36 Massengräberreihen angelegt. Jede Massengrabreihe ist circa 112 Meter lang, ungefähr 2,20 Meter breit und besteht aus einer bisher unbekannten Anzahl von Massengräbern.

Die Gräber selber sind heute nicht mehr auszumachen. Jeweils ein Gedenkstein ermöglicht es jedoch, die einzelnen Grabreihen zu erkennen.
Bisher konnten von den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne schon über 10.000 Tote identifiziert werden. Nach Angaben der befreiten sowjetischen Kriegsgefangenen befinden sich um die 65.000 Tote in den Massengräbern. Eine genaue Nennung der Todeszahl ist nicht möglich.
1945 – nach der Befreiung
Nach der Befreiung entschied sich eine Gruppe von befreiten sowjetischen Kriegsgefangenen, das nahegelegene Gräberfeld in eine würdevolle Friedhofstätte umzugestalten. Die Baumaßnahmen wurden innerhalb weniger Wochen durchgeführt.
Der Friedhof wurde am 2. Mai 1945 eingeweiht. Unter anderem waren entstanden:
- 36 Gedenksteine für die 36 Massengräberreihen. Auf jedem Gedenkstein befinden sich eine Inschrift und ein roter Stern. Jeder Gedenkstein steht am Anfang einer Massengrabreihe.
- Der Obelisk.
- Eine Einzäunung für die Friedhofsfläche

Neben den Massengräbern gab es in anderen, nahegelegenen Gräbern ungefähr 400 weitere Kriegstote. Diese Kriegstoten wurden exhumiert und bekamen anschließend auf dem Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter ihre letzte Ruhestätte.

Die Gräber befinden sich direkt am Haupteingang, links hinter der Gedenktafel.
1960 bis 1964 – Neugestaltung
Bis zur feierlichen Einweihung im September 1964 bekam der Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter einen neuen und parkähnlichen Charakter. Seitdem steht am Haupteingang unter anderem das schmiedeeiserne Tor aus der Paderborner Kunstschmiede Heinrich Eikel.

Das Tor besteht aus zwei Reihen mit mehreren, horizontal angeordneten Platten, und mächtigen Nägeln, welche durch die Platten getrieben wurden. Die Nägel symbolisieren das unermessliche Leid der Gefangenenschaft.
Der Paderborner Bildhauer Josef Rikus (1923-1989) zeichnete verantworlich für die würdevolle, künstlerische Neugestaltung des Friedhofs. So wurde von Josef Rikus unter anderem die Kreuzgruppe geschaffen, welche in der Mitte des Friedhofs steht..

Dieser Monolith symbolisiert die Leiden des Krieges und steht als Mahnmal für die Lebenden.
Wie schon 1945, wurden weitere Kriegstote von nahegelegenen Friedhöfen zum Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter umgebettet. Nach bisherigem Kenntnisstand handelt es sich dabei um 809 Personen. Unter diesen Toten waren auch Fremdarbeiterinnen beziehungsweise Zwangsarbeiterinnen. Viele von ihnen waren zum Zeitpunkt ihres Todes noch Jugendliche.




