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Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne Logo

Geschichte

Frühjahr 1941 – Errichtung des Lagers

Auf dem Truppenübungsplatz-Senne wurde mit der Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers begonnen. Das Lager war vorwiegend für sowjetische Kriegsgefangene. Im Lager waren aber auch französische, belgische, polnische und serbische Kriegsgefangene, sowie italienische Militärinternierte. Es unterstand dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW).

Juli 1941 – die ersten Gefangenen

Es waren noch keine Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden, als die ersten 4.000 sowjetischen Kriegsgefangenen im Juli 1941 in Stukenbrock-Senne ankamen. Bis auf einige Gebäude im Verwaltungsbereich (Deutsches Lager), war das Lagergelände nur eingezäunt und unbebaut.

Originalfoto von sitzenden Soldaten vor ihren Erdhöhlen.
Selbstgebaute Erdhöhlen und Laubhütten aus unterschiedlichen Materialien dienten anfangs zum Schutz vor Kälte, Wind und Regen.

Bis zum Winter 1941 waren die Unterkünfte in Form von Baracken fertiggestellt.

Die hygienischen Zustände waren vor allem in der Anfangs- und Aufbauphase absolut unzureichend. Es breitete sich unter den Kriegsgefangenen eine Ruhr-Epidemie aus, die sehr viele Todesopfer forderte. Es folgten die ersten Fälle von Fleckfieber. Der Einsatz von mobilen Entlausungsstationen und der Bau des Entlausungsgebäudes konnten eine massive Ausbreitung der Infektionskrankheit weitestgehend verhindern.

Es verstarben Tausende der Kriegsgefangenen an Tuberkulose. Aufgrund der Unterernährung, die letztlich ebenfalls zur Immunschwächung beitrug, und der unzureichenden medizinischen Versorgung, war die Ansteckungsgefahr sowohl für die Lagerinsassen als auch für die Bevölkerung groß.

Die Ernährung für die sowjetischen Kriegsgefangenen war unzureichend und von schlechtester Qualität. Trotz eines zeitlich begrenzten Versuches der Lagerleitung, den von Hunger bedrohten Gefangenen zu helfen (dem Anschein nach aus Gründen des Arbeitseinsatzes) war die Ernährungslage der sowjetischen Kriegsgefangenen während der gesamten Kriegszeit ungenügend.

Es ist bekannt, dass sich die Gefangenen in der Anfangszeit unter anderem von Gras, Laub und Baumrinde ernährten. Aus Sicht eines ehemaligen Stalag-Offiziers reichte die Verpflegung nur aus, solange die Kriegsgefangenen nicht schwer arbeiten mussten. Hatte " … die Unterernährung das Stadium der Dystrophie erreicht, dann wurde eine Behandlung im Lagerlazarett versucht, das in ärgsten Zeiten mit über 1.000 Kranken belegt war."

Befreiung am 2. April 1945

Das Lager wurde von amerikanischen Truppen befreit. Nachweislich waren etwa 300.000 sowjetische Kriegsgefangene bis zur Befreiung im Stalag 326 (VI K) Senne untergebracht. Nach Angaben der befreiten sowjetischen Kriegsgefangenen, befinden sich 65.000 Tote in den Massengräbern (Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter in Stukenbrock-Senne). Bisher konnten schon über 10.000 Tote identifiziert werden. Die Nennung der genauen Todeszahl ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich.

1946-1947 Internierungslager Eselheide für deutsche Kriegsgefangene und Kriegsverbrecher

Das britische Civil Internment Camp 7 (CIC 7) bestand offiziell vom 01.10.1946 bis zum 31.12.1947 auf dem Gelände des ehemaligen Stalag 326 (VI K). Nachweislich waren 8.885 deutsche Kriegsgefangene und verdächtigte Kriegsverbrecher interniert.

Zeichnung eines Kriegsgefangenen: das Lager im Jahr 1947

Vom CIC 7 aus wurden die Internierten ihren Gerichtsverfahren zugeleitet. Unter ihnen befanden sich auch der Amtschef des Reichssicherheitshauptamtes, der Reichsjustizminister, SS-Angehörige und mehrere Gauleiter.

Sozialwerk Stukenbrock

Das Sozialwerk Stukenbrock wurde offiziell am 01.01.1948 für Flüchtlinge und Vertriebene gegründet, die weitestgehend aus den ehemals deutschen Ostgebieten kamen. Mit der Gründung des Sozialwerks Stukenbrock reagierten die britischen Behörden und die Landesregierung auf die sich immer weiter verstärkende Wohnungsnot.

Postkarte des Sozialwerks Stukenbrock mit 4 Ansichten der heutigen Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne

Die ersten Flüchtlinge wurden in den bereits vorhandenen Holzbaracken und Nissenhütten einquartiert. Diese stammten sowohl aus der Zeit des Stalag 326 (VI K) als auch aus der Zeit des Internierungslagers CIC 7. Erst nach und nach entstanden neue Wohnquartiere.
Derzeit werden die letzten noch vorhandenen Gebäude abgerissen.

Das Sozialwerk Stukenbrock bestand offiziell bis 1970, tatsächlich aber verließen die letzten Bewohner das Gelände erst einige Jahre später. Heute befindet sich auf diesem Gelände das Polizeiausbildungsinstitut Erich Klausener.

Weiterführende Links

An weitere Informationen, auch zur Geschichte des Sozialwerks Stukenbrock, kommen Sie über unsere Liste "Weiterführende Links".

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